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Sonstiges Bad-Tölz Belluno
Vom Marienplatz in München zum Markus-Platz in Venedig

Der Abschnitt von Bad Tölz nach Belluno
von Klaus Pumple

Für meine Frau Petra, die mit ihrem Rucksack tapfer über die Alpen gelaufen ist und for John, Debbie and Becky from Mississippi because they live close to the ocean.

1. Tag: Endlich war der große Tag gekommen auf den ich mich so gefreut hatte. Um ½ 12 Uhr ging es endlich los. Ich freute mich besonders, daß wir zum ersten mal richtig von zu Hause losgelaufen sind und wollte meiner Freude gerade Luft machen, als ich nach meiner mobilen Wetterstation greifen wollte. Nur wo war dieses verflixte Ding? Nach kurzer Hektik dann hatte ich es doch noch in meinem Rucksack gefunden und so konnte wir endlich losmarschieren zum Bahnhof. Im Zug nach München kamen wir dann mit einigen Leuten ins Gespräch, die uns bewunderten, daß wir so eine große Tour machen. Ich muß zugeben, daß hat mich schon ein bisschen stolz gemacht. In München dann mußten wir umsteigen und pünktlich als der Zug ins Isartal einschwenkte änderte sich das Wetter und es fing an zu regnen. Na das kann ja heiter werden dachte ich. Nun war es im ganzen Juni so schönes Wetter und jetzt dunkle Wolken und Regen. In Bad Tölz angekommen nieselte es noch ein wenig und so marschierten wir los Richtung Fußgängerzone in der unser Hotel lag. Wir machten dann am späten Abend noch einen Spaziergang durch Bad Tölz, bei dem es ab und zu regnete. Na das fängt ja gleich richtig gut an. Im Fernsehen erzählten sie von Regen und Schnee auf der Zugspitze. Wir werden es ja erleben.
2. Tag: Also los geht’s. Die erste Etappe wartet. Nach dem Aufstehen bin ich heute morgen als erstes ans Fenster gelaufen und habe zum Himmel geschaut: bewölkt aber trocken, das ist doch schon mal ein Anfang. Nach dem Frühstück haben wir uns noch bei den örtlichen Einzelhändlern mit einem Rucksackvesper versorgt und sind dann schön an der Isar entlang losmarschiert. Die Strecke ging wunderschön durch die Auenwälder an der Isar entlang. War der Weg anfangs noch asphaltiert, so wechselt er schon bald in Sand über, so daß man sehr gut gehen konnte. Bald hatte man Aussicht auf die Berge und so beobachtete ich aufmerksam die schnell nach Osten ziehenden Wolken. Am Horizont trieben weiße Wolken die Berghänge hoch, alles insgesamt sehr stimmungsvoll. Der Auenwald besteht aus etwa 4 - 5 Meter hohen unterschiedlichen Bäumen bunt gemischt mit Sträuchern und Blumen. So um 11 Uhr konnte sich dann der Himmel nicht mehr zurückhalten und es begann zu regnen. In Wegscheid haben wir uns dann in einem Lokal bei heißer Schokolade und Kaffee etwas getrocknet. Die Stimmung war schon ziemlich mies. Etwas naß kamen wir dann in der Pension Mittermair in Leger an. Nachbars Katze begrüßte uns freundlich und schlich sich dann später auch noch zu uns aufs Zimmer. Zum Essen sind wir in die Landerermühle gegangen. Wanderer, wenn du müde nach Leger kommst, bring was zu essen mit. Die Landerermühle ist eigentlich nur eine Jausenstation. Gut, daß wir noch vom Rucksackvesper hatten.
3. Tag: Heute sind wir um ½ 9 Uhr losgelaufen und es hat nicht geregnet. Der Weg ging zuerst am Wald entlang. So konnte ich wieder meiner neuen Leidenschaft nachgehen - Wolken beobachten. Der Wald war triefend naß und es rauschte und gluckste heute den ganzen Tag am Weg. Der Regen hat eben auch was gutes. Er belebt die Landschaft und sorgt dafür, daß eifrige Wanderer nicht so schwitzen müssen. Dann kam die erste richtige Steigung; Zeit meine Stöcke zu testen. Etwa 200 Höhenmeter waren zu überwinden und ich habe es mir mal so richtig gegeben. Wenn man die Stöcke schön im Rhythmus einsetzt, dann bekommt man eine irre Geschwindigkeit. Oben führte dann der Weg aus dem Wald und wir konnten uns in die Sonne setzen. Die Farben sind gleich viel intensiver und auch unsere Laune besserte sich schlagartig. Es war dann den ganzen Tag lang Sonnenschein und so liefen wir lustig bis es dann am Rabenwinkelgraben steil und rutschig wieder ins Isartal ging. Ab und zu hat man einen schönen Ausblick auf den Graben. Die Schlußetappe führte dann fast 5 km an der Straße entlang. Man kann wohl auch auf der rechten Seite der Isar flußaufwärts gehen. Aber den Weg haben wir nicht gefunden und auf der Karte war er nicht eingezeichnet. Hier in Vorderriss haben wir dann erst mal Bier und Radler getrunken, daß hatten wir uns auch redlich verdient. Die Knochen tun einem schon ein bisschen weh nach dieser Strecke. Aber das ist ja auch kein Wunder, wenn man zu Hause nur mit der Fernbedienung den Fernseher umschaltet.
4. Tag: Beim Frühstück hatte ich mir vielleicht ein bisschen zu viel zugemutet, aber was solls, als Wanderer braucht man eine gesunde Grundlage. Hinter der Brücke an der Post liefen wir zunächst etwa 2 km auf der Asphaltstraße bevor dann unser Weg wieder auf die andere Isarseite wechselte. Der Weg heute war geschottert, wie es halt an einem Fluß so ist. Wir waren heute wieder sehr einsam unterwegs. Seltsam war, daß links vom Weg dunkle Tannen standen und rechts kleine Büsche und Bäume die in den Isarauen wuchsen. An einer Stelle hatte die Isar den Weg weggeschwemmt und so mußten wir kurz nach dem richtigen Pfad durchs Unterholz suchen. Etwas weiter dann führte uns der Wegweiser in die Irre. Der Wiesenweg endete plötzlich an einer Steilkante zur Isar. Wieder suchten wir den Weg und liefen dann am Marktgraben einfach durch den Wald. Der Weg führt über den Graben und so hatten wir nach 100 Meter wieder festeren Boden unter den Füßen. In Krün machten wir einen Abstecher zur örtlichen Metzgerei (mit Imbiß - Tischen im Freien, direkt an der Hauptstraße). Während des bisherigen Tages hatte es sich wieder bewölkt und es sah so aus als wollte es wieder anfangen zu regnen. Also beschlossen wir mit Bus und Bahn nach Scharnitz zu fahren, unserem heutigen Ziel. Scharnitz selbst ist eine der vielen Gemeinden, die durch den Wegfall der Grenzen ihre Daseinsberechtigung verloren hat. Das es dann dort regnete, machte die Ortschaft keinesfalls besser. Die Dame des Hauses war sichtlich erstaunt über unsere Ankunft. Wahrscheinlich haben ihr unsere Wanderschuhe nicht gefallen. In den Zeitungen steht, daß das Wetter sich nicht bessern soll. Wenn ich Schwimmhäute zwischen den Fingern brauche dann sag ich es schon.
5. Tag: Mein erster Blick morgens galt wieder dem Himmel - und es regnete. Na prima. Eine bleierne Schwere legte sich uns aufs Gemüt. Das die Hauswirtin die 500 Öschis schwarz kassiert war kaum anders zu vermuten. Wer in so einer Gemeinde auch noch mit dem Staat teilen muß, dem bleibt eigentlich nur noch das Auswandern. In voller Regenmontur ging es dann los in Richtung Hallanger Alm, einer privat geführten Hütte. Unterwegs mußten wir den Isarsteig links liegen lassen. Er wäre bestimmt schön gewesen, aber weil es so naß und rutschig war, wollten wir lieber auf der Straße laufen. Außerdem warteten wir im Wiesenhof erst mal ab ob der Regen nicht aufhört, was allerdings umsonst war. Das wilde Isartal im Karwendelgebirge konnte ich nicht so richtig genießen. Dafür hingen zu viele Wolken an den Berghängen und versperrten die Sicht auf die Gipfel. Kurz vor der Kastenalm hörten dann der Regen auf und man konnte endlich die Berge in ihrer Schönheit betrachten. Einige der hohen Gipfel trugen weiße Mützchen. Auf der Kastenalm stärkten wir uns mit Limonade und ich spielte mit einem jungen Hund, der sich sichtlich über seinen neuen Kameraden freute. Nach der Kastenalm wurde der Weg dann für eine Weile arg steil und so setzte ich mal wieder meine Stöcke ein. Wenn man sich richtig auf die Stöcke stützt und sich an ihnen hochzieht ist das schon eine Erleichterung für die Beine. Mit dem linken Stock hab ich noch so meine Probleme, aber bis Italien sollte sich das sicherlich geben. Überall floß nun immer öfter Wasser auf dem Weg entlang. Nach 8 Stunden waren wir dann oben an der Hallanger Alm. Zur Feier des Tages gab es Gamsbraten mit Knödel in der gemütlichen Stube und ich war sehr froh die private Hütte genommen zu haben und nicht das Hallangerhaus vom Albverein, das wenige Minuten weiter steht. Die Alm selbst ist ein Traum. Toller Blick, sehr gutes Essen, freundliche Wirtsleute (der Wirt spielt gern Schach und gewinnt dann auch noch!), die Zimmer im Nebengebäude ganz aus Holz - richtig urig.
6. Tag: Als ich heute morgen meine Augen aufmachte und aus dem Fenster unserer Kammer nach draußen blickte, glaubte ich im ersten Moment noch, daß kann nur ein Traum sein. Ich sah einmal hin und dann noch einmal und dann ............. Die Tanne vor unserem Fenster war mit Schnee überzogen. Weißer, leuchtender, schon etwas tauender Schnee. Es hatte geschneit in den Bergen - heute Nacht - etwa 10 cm. Unfaßbar. Es bleibt uns aber auch nichts erspart. So hingen wir dann am Frühstückstisch und besprachen mit der Wirtin die Chancen und Möglichkeiten über das Lafatscher Joch zu kommen, daß noch etwa 200 Höhenmeter über uns lag. Dort hinüber führte unser Weg ins Inntal. Die Wirtin sah die Sache ganz praktisch. "Den Steig hinauf könnt ihr sicher gehen, dort hat es nicht viel Schnee und übers Jöchel könnt ihr euch nur dann verlaufen, wenn ihr nicht in der Mitte bleibt sondern etwa rechts oder links die Berge hochsteigt." Also was solls. Nach all dem Regen macht uns das bisschen Schnee auch nichts mehr aus. Und so waren wir bald unterwegs. Der Weg war gut zu erkennen und beim Aufstieg zum Jöchl sahen wir eine ganze Herde von Gemsen, die im Schnee nach Futter suchten. Oben auf dem Jöchl lag der Schnee an einigen Stellen fast knietief. Immer wieder streiften meine Blicke über die Landschaft, teils um den Weg zu finden, teils weil ich es immer noch nicht glauben wollte. Es war windstill und es lag eine eigenartige, leicht neblige Stimmung in der Luft. Die Natur war merkwürdig ruhig - obwohl so außergewöhnlich ist Schnee auf fast 2.100 m im Sommer in den Alpen dann doch nicht. Am Übergang zum Inntal konnten wir einen Blick auf die Tuxer Alpen werfen. Dunkle schwarze Wolken zogen am Himmel vorbei und erlaubten für Sekunden einen Blick zu den Riesen am Horizont. Immer wieder kam die Sonne durch und ließ die weißen Spitzen aufleuchten. Es hätte so phantastisch sein können, wenn, ja wenn nur der Schnee nicht gewesen wäre. Wir hielten es nicht lange am Rande des Jöchl aus. Einerseits war ich wütend über das Wetter, andererseits zog es gewaltig aus dem Isstal zu uns herauf. Mißmutig begannen wir den Abstieg ins Tal. Keiner sprach ein Wort. Stumm liefen und rutschen wir die ersten Meter ins Tal hinab und erst an der St. Magdalena Alm hielten wir wieder an um uns etwas zu stärken. Später in Absam warteten wir dann vergebens auf den Bus nach Hall. Einer der Eingeborenen ereiferte sich über die Deutschen, die die Gefahr am Berg unterschätzen. Als er seines Weges gezogen war ereiferte ich mich über die unzuverlässigen Busverbindungen. Letztendlich sind wir dann für 220 Öschis mit dem Taxi nach Tulfes zu unserem Ziel gefahren. Hier telefonierte ich dann mit dem Hüttenwirt der Lizumer Hütte und wir besprachen unser weiters Vorgehen. Morgen werden wir versuchen die Lizumer Hütte zu erreichen. Dabei können wir einen Blick auf die Tuxer Alpen werfen und entscheiden dann wie es weitergeht.
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